Stress mit den Kindern? Es läuft überhaupt nicht so wie gedacht? Alles wächst über den Kopf? Nichts scheint mehr zu klappen? Ein paar neue Tipps wären gut? Dann sind Sie hier richtig:
“Eltern beraten Eltern” – eine Aktion des Elternbeirats.
An bestimmten Abenden oder beim Elternfrühstück am Mittwoch gibt es Tipps und Tricks rund um Themen, die alle Eltern betreffen.
Das Tolle daran: Es gibt die Beratung nicht von irgendwelchen Theoretikern, sondern von Menschen, die genau in derselben Lage sind oder waren, wie Sie vielleicht auch. Tipps, die man wirklich gebrauchen kann. Und man muss sich nicht verstellen.

Die Karikatur “Nicht kleckern – Glotzen!” dürfen wir für einen symbolischen Preis mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin auf dieser Seite veröffentlichen.
Vielen Dank an Ruth Sophia Hebler // Sikitu

Kommt Ihnen das auch bekannt vor:

Sie fordern Ihr Kind wiederholt freundlich zu etwas auf, und es scheint taub zu sein?

Sie schreien es an, obwohl Sie sich schon so oft vorgenommen hatten, das nicht mehr zu tun?

Sie drohen eine Strafe an, von der Sie schon genau wissen, dass sie sich nicht durchhalten lässt?

Damit stehen Sie nicht alleine da!
So geht es vielen Eltern.
Wie kommen wir aus dieser Sackgasse wieder heraus?
Das war die Frage am letzten Elternabend von "Eltern beraten Eltern".

Erziehen mit weniger Stress“

Einen vergnüglichen Abend hatten die gut 20 Teilnehmer des am 5. April 2017 vom Elternbeirat veranstalteten Film- und Gesprächsabends an der Albert-Schweitzer-Schule.

In dem Film “Wege aus der Brüllfalle“ von Wilfried Brüning spielen Eltern und ihre Kinder sehr überzeugend und oft komisch typische Situationen, in denen das Kind einfach nicht tut, was es soll. Die Situation schaukelt sich dann häufig hoch – unter Umständen, bis alle Beteiligten sich gegenseitig anschreien und unrealistische Strafen androhen.

Nach W. Brünings Erfahrung ist der Grund, warum Kinder auch auf wiederholte Aufforderungen z.B. zum Aufräumen, zum Essen zu kommen etc. oft nicht reagieren, dass sie bei ihren Beschäftigungen wie „Hüllen-Wesen“ in einer abgeschirmten Hülle sind. Durch diese Hülle dringen nur die „gut-tuenden“ Anforderungen (wie z.B. das Angebot von Eis). Unbeliebte Aufforderungen (wie z.B. aufräumen) prallen jedoch daran ab.

Brüning schlägt vor, dass Eltern in solchen Situationen ihr Kind „kontakten“. Dies bedeutet, dass sie zu ihm hingehen und es vielleicht auch berühren, es offen ansehen, und ihren Wunsch in einfachen Sätzen nachdrücklich ruhig und direkt sagen, bis das Kind der Aufforderung nachkommt.

Nach Brünings Erfahrung funktioniert dies in vielen Fällen. Auf diese Weise behalten die Eltern ihre Autorität und viele stressgeladene Situationen werden vermieden.

Allgemeinere Ratschläge im Film, um stressige Auseinandersetzungen mit den Kindern zu vermeiden sind außerdem:

  • lieber ein klares „Nein“ aussprechen als mit den Kindern verhandeln und sich dann umstimmen lassen
  • Probleme in „Ich-Botschaften“ ansprechen statt in Beschuldigungen
  • keine überzogenen Strafen androhen, die sich doch nicht umsetzen lassen.

In den Pausen zwischen den Filmabschnitten tauschten sich die Eltern in kleinen Gruppen lebhaft und offen über ihre eigenen Erfahrungen mit diesen und ähnlichen Situationen aus.
Fast alle hielten das „Kontakten“ für ein gutes Vorgehen, einige waren eher skeptisch.
Als weitere Möglichkeiten, Kinder zum Unterbrechen ihrer Beschäftigungen oder unbeliebten Tätigkeiten zu bewegen, nannten die Eltern aus ihrer Erfahrung:

  • Dinge vorher ankündigen, um den Kindern Zeit zu geben, sich darauf einzustellen
  • klare Ansagen machen
  • kurz ihr Spiel mitmachen und das eigene Anliegen in das Spiel einbetten
  • nach einer Aufforderung sichtbar und schweigend warten, bis das Kind der Aufforderung nachkommt

Herr Frey moderierte gekonnt den Abend und hielt die Ergebnisse in launigen fest.

Nach dem Erfolg des Abends ist klar, dass es weitere Veranstaltungen dieser Art geben wird. Ein nächstes Thema steht bereits an: Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen.